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Helge sagt: Schweden ist pornografisch!

Details

Erwartungen / Vorgeplänkel
Nachdem wir die Reise relativ kurzfristig gebucht hatten, freuten wir uns auf Elche, Bären, Wölfe und liebesgebefreudige Schwedinnen in der Wildnis. Nach einem kleinen Großeinkauf bei ALDI und KplusK konnten wir es kaum noch erwarten, endlich loszukommen.

Die Fahrt
Seppo hat erst einmal ausgeschlafen und mich dann, nach einem kurzen Umweg, auch endlich am richtigen P+R Platz abgeholt. Ich habe mich schlafen gelegt und auch schön bis Bremen durchgeschlafen. Nach zwei Fährüberfahrten (Vogelfluglinie: Puttgarden - Rødby und Helsingør - Helsingborg) waren wir auch endlich schon in Schweden und haben nur noch wenige Stunden gebraucht, bis wir endlich in Arvika angekommen waren.

Die Kanutour
Am Arvika Kanot & Turistcenter angekommen haben wir uns die Route erklären lassen und ausführliches Karten- und Informationsmaterial erhalten.
Auf dem benachbarten Campingplatz (sehr günstig) haben wir unser Zelt bei stürmischem Wetter aufgeschlagen und lecker gekocht. Im Anschluss haben wir noch einen kleinen Orientierungslauf nach Arvika gemacht. Wir sind totmüde ins Bette gefallen und haben ewig geschlafen.
Nach einer kurzen Kanu-Einführung waren wir auf dem Wasser. Die See war relativ rau und somit hat das Paddeln nicht wirklich viel Spaß gemacht. Sobald wir auf der Luv-Seite des Sees angekommen waren, wurde es aber deutlich wärmer und angenehmer. Wir haben ein paar Mal angelandet, um Rosinen aus unserer Snackbox zu naschen und uns zu orientieren. Abends haben wir an einer Hütte halt gemacht. Sehr edel: etwas vom Boden erhoben, zu drei Seiten geschlossen mit einer Feuer-/Kochstelle vor der "Tür."
Wir haben die Umgebung erkundet und Feuerholz gesammelt. Anschließend haben wir lecker Konserven gegessen.
Gegen halb neun war es stockdunkel und wir haben uns kurz darauf schlafen gelegt.

Die Nächte in Schweden waren relativ interessant. Da Seppo in seinem Schlafsack fror, hat er häufiger Mal Feuerholz nachgelegt, so dass die Nacht ein ständiger Wechsel zwischen warm und kalt bzw hell und dunkel war.

Am nächsten Morgen bin ich passend zum Sonnenaufgang (unsere Unterkunft hatte Ostblick) aufgewacht, habe mich aber nochmals für mehrere Stunden aufs Ohr gehauen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir uns im See gewaschen, unseren Krams zusammengepackt und sind wieder in See gestochen.

die restlichen Tage ähnelten sich doch sehr, so dass ich nur noch einige herausragende Sachen schildern möchte:
Landpassagen gehören leider auch dazu und machen so gar keinen Spaß. Insgesamt mussten wir über 20 km per pedes überwinden, davon drei mit knapp fünf Kilometern. Zum Glück hatten wir einen Kanuwagen dabei, der das Schleppen doch arg erleichtert, wenn nicht gar erst ermöglicht, hat.
Trinkwasser wächst leider auch nicht auf jedem Weg. Die wenigen Stellen, an denen es Trinkwasser gibt, waren aber verzeichnet. Mit einer Schwengelpumpe konnten wir unseren Kanister und ich meinen camelbak wieder füllen. (Wenn jemand die gleichen Karten benutzen sollte: Trinkwasserstation 17 kann man knicken: 17rechts gibt es nicht und 17 links riecht faulig)
Die Hütten sind wirklich ein Traum. Man muss kein Zelt aufbauen und hat ein wunderbares Zimmer mit Aussicht. Im Glasfjorden Naturreservat gibt es sogar trockenes Holz direkt an den Hütten, so dass man nicht großartig suchen muss.
Seppo\'s Wunderelixier hilft vorzüglich gegen Nebenhöhlenvereiterungen. Man nehme kochendes Wasser und schneide ein paar Fichtennadeln hinein, inhaliere das Ganze und schon geht es einem besser!
Häuser kann man mit der Reservatskarte auch nutzen. Zwei Vierbett-Häuser mit Wasserstelle und Ofen, Tisch und Stühlen stehen allen zur Verfügung. Aber Vorsicht: die Türen sind extremst niedrig, fragt mal den Seppo!
Kartenverlust ist ärgerlich, wenn es am letzen Tag passiert, aber "lebensbedrohlich", wenn das Kartenmaterial eher abhanden kommt. Bei uns war zum Glück ersteres der Fall.
Wir waren einfach zu fix unterwegs, so dass wir einen Tag zu früh abgegeben haben. Am Kanucenter haben wir unser Boot gewaschen und erst einmal geduscht. Es war schon eine tolle Sache, komplett neue Klamotten anzuziehen. Die Tage davor konnten wir uns zwischen der aktuellen oder den Klamotten vom Vortag entscheiden.

Rückfahrt
Wir haben noch ein bisschen mit den Leuten vom Center gesprochen und haben uns dann auf den Nach-Hause-Weg gemacht.
Bis nach Göteborg sind wir gut durchgekommen. Dort wollte ich ja eigentlich noch ein bis zwei Nächte bleiben, aber den Seppo konnte ich dafür nicht begeistern. So sind wir nur einmal durch die Stadt gerannt, haben bei McD gespeist und schon ging es weiter nach Senden. Göteborg scheint aber ser schön zu sein. Ich möchte dort auf jeden Fall noch Mal hin.

Fazit
Wir haben keine Elche gesehen. Auch Wölfe oder Bären haben wir nicht erblickt. Aber gelohnt haben sich die 7 Tage auf jeden Fall. Ich denke Mal, dass wir so eine Tour noch mal wiederholen werden.

 


 

Fotos:

Rucksack Reisen Münster
hier haben wir die Glaskogen-Tour gebucht.

http://www.kanuverleih-schweden.de/
der Veranstalter vor Ort in Schweden

   
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