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London 2002
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Ich hatte mir ja schon häufiger vorgenommen, nach London zu fahren, um eine dort lebende Bekannte zu besuchen, aber irgendwie ist es immer wieder gescheitert.
Nachdem ich dann aus der Ferienfreizeit wieder zu Hause war und mich einige Tage ausgeruht hatte, bin ich zum Reisebüro gefahren und habe mir ein Busticket nach London und einen Reiseführer gekauft. Viel mehr geplant hatte ich noch nicht. Ich wusste, dass ich einige Nächte bei meiner Bekanten schlafen konnte und das wars.
Am Dienstag abend ging es dann los: Zuerst mit der S90 nach Münster und von dort mit der T65 nach London! Meine Sitznachbarin hat nichts gesagt, was ich aber nicht weiter störend fand, so hatte ich wenigstens die Möglichkeit, ein bisschen zu schlafen (auch wenn das im Bus natürlich nicht so gut geht). Als wir dann auf der Fähre waren, konnte ich mich zum schlafen richtig ausbreiten, dafür hatte ich dann aber einen nervigen kleinen Jungen in der Nähe, so dass ich auch dort nicht wirklich gut schlafen konnte.
Nachdem ich an der Victoria Coach Station angekommen war, saß ich gegen 8:15 Londoner Zeit in einem Cafe und überlegte mir, wie ich weiter vorgehen solle.
Ich entschied mich, zuerst auf Schlafplatz-Suche zu gehen: Es dauerte einige Zeit, bis ich die richtige Bushaltestelle gefunden hatte und dann fuhr ich endlich zum Earl's Court, meinem nächsten Etappen-Ziel. Ich musste doch noch etwas suchen, bis ich endlich Barmy Badger's Backpackers Resort gefunden hatte, einer, laut Lonely Planet Guide, angemessenen Schlafstätte. Es war zum Glück noch etwas frei. Ich bezahlte also für mein Bett und da mein Zimmer noch nicht gereinigt war, ließ ich nur meine Sachen dort und zog los, mir London anzuschauen.
In London ist doch alles viel größer und weiter als ich gedacht hatte. Ich wollte zur Themse laufen und mich irgendwie ruhig hinlegen und ein bisschen entspannen. Nachdem ich über eine Stunde gelaufen war, saß ich auf Bank, vor mir den Fluß und hinter mir ... eine vierspurige, vielbefahrene Straße! Von Entspannung also keine Spur. Ich nahm mir vor, einen Plan aufzustellen, wann ich was erledigen und sehen wollte, weil ich bis zu dem Zeitpunkt nur gelaufen war, was ich ja in jeder anderen Stadt auch hätte machen können.
Kaum war ich 1 1/2 Kilometer weiter gelaufen, sah ich einen riesen Park vor mir, den Battersea Park. Dort war es sehr ruhig und man fühlte sich überhaupt nicht mehr, wie in einer Großstadt. Ich habe Eichhörnchen aus nächster Nähe beobachten können, mein Lunchpaket (bestehend aus einer Banane und einem Schokoriegel) gegessen und danach noch ein wenig die Leute beobachtet, die Frisbee warfen, Fußball spielten, ... Als ich aus dem Park kam, sah ich die Battersea Power Station, die wohl jeder Pink Floyd Fan schon mal auf dem Animals Cover bewundern konnte.
Auf dem Rückweg zum Hostel habe ich noch im National Army Museum vorbeigeschaut, was recht interessant war. Von den Kriegswerkzeugen vor ein paar hundert Jahren bis zu den aktuellsten Waffen war alles zu sehen. Außerdem konnte man wieder etwas über die bösen Deutschen lernen. Weiter ging es über die King's Road und durch zig verwinkelte Gassen. Ich habe leider keinen Supermarkt oder etwas ähnliches gesehen, um mir etwas zu trinken zu holen, denn durch die ganze Latscherei und Schlepperei hatte ich doch wahnsinnigen Durst. Außerdem hatte ich beginnende Wadenkrämpfe und dank meines Schuhwerks auch jetzt schon Blasen! Als ich dann einen Mann sah, der mit seinem Hund spazieren ging und für diesen eine extra Wasserflasche mitgenommen hatte, aus der der Hund auch trank, war ich doch etwas neidisch. Ich war vor Durst fast am Sterben und der Köter verplemperte die Hälfte seines Wassers. Die Welt ist ungerecht!!!
Bei Barmy Badger angekommen, habe ich für die zweite Nacht bezahlt, mein Bett bezogen und endlich geduscht! Mein Zimmer war recht interessant: Vierer-Zimmer: ok, hatte ich ja so bezahlt; Etagenbett: selbst gebaut (zwei normale Betten wurden offenbar übereinander gestellt und festgeschraubt, 1 1/2 Unterarmlängen Platz zum Bett über mir, von dem Plastikfetzen hinunterhingen, die ich natürlich erst einmal abgeschnitten habe und eine Plastikmatratze); zerbrochener Spiegel: naja; UND ein BH an dem Bett über mir: fängt ja ganz gut an!
Mit der U-Bahn bin ich dann zur Victoria Station gefahren (U-bahn zu fahren ist zwar unvergleichbar teurer aber auch schneller als der Bus, dafür sieht man nicht so viel) und habe dort im "The Jugged Hare", einem Pub, auf Sabrina und Julia gewartet. Der Wirt hat mich zwar immer freundlich angeschaut, aber Bier bestellen konnte ich bei ihm nicht, also habe ich ein paar Postkarten geschrieben. Als die Mädels dann kamen, sind wir zur Theke gegangen, haben dort bestellt, direkt bezahlt und unser Bier selbst zur Theke gebracht - komische Sitten! Nach einem gemütlichen Guinness habe ich mir noch deren Zimmer angeschaut und dann bin ich zurück zum hostel gegangen und habe mich auf meine Plastikmatratze gekuschelt.
Geschlafen habe ich nicht ganz so gut! Dank der Plastikmatratze klebte ich fest, dank des selbstgebauten Bettes wackelte und quietschte es jedes Mal, sobald sich die Person über mir bewegte. Ich war also schon mal wach und lag einfach nur im Bett. Außerdem habe ich darauf gewartet, dass das Mädel mit dem schicken BH endlich aufstehen würde. Irgendwann sah ich dann einen sehr behaarten Arm aus dem Bett über mir hängen und war doch etwas irritiert! Der zum Arm gehörige Körper schwang sich aus dem Bett, schaute mich an und meinte: "oh, thought you were a chick!" "I thought you were one since the Bra was hanging on your bed." Wir wurden also beide reingelegt!
Gegen elf Uhr bin ich endlich losgekommen, habe meine Tagesration eingekauft (2 Bananen, 2 Schokoriegel, 2l Wasser) und bin mit der tube zur London Bridge gefahren. Ich habe mir die Southwark Cathedral angeschaut und bin danach an der South Bank entlang zum New Globe gelaufen. Aus dem Englischunterricht hatte ich ein Bild vor Augen, aber als ich vor dem Gebäude stand, konnte ich nichts besonderes erkennen.
Bei Starbuck's habe ich mir einen Frappuccino für 3.05 £ gekauft! Unverschämt teuer, einen Eiskaffee mit Eiswürfeln für knapp 5 €, und den auch noch nur zum mitnehmen!!! Anschließend bin ich zum Tate Modern gelaufen, einem kostenlosen Museum. Es hat mir sehr gut gefallen und ich habe einige Zeit dort verbracht. Nach einer kurzen Pause im Park vor dem Tate bin ich über die Millenium Bridge gegangen und zur St. Paul's Cathedral gelaufen.
Riesig! Hoch! Ich bin auch 530 Stufen zur Golden Gallery hinaufgestiegen, der Ausblick war super! In der Kirche gibt es ein Cafe, finde ich recht ungewöhnlich und habe ich auch vorher noch nie gesehen.
Ich bin an der Themse entlang zum Leicester Square gelaufen, wo ich mich mit Julia und Sabrina getroffen habe. Zusammen sind wir zum Piccadelly Circus gelaufen, aber so wirklich interessant war es nicht, außer der Video-Animation gibt es nichts zu sehen, außerdem bestand der ganze Platz nur aus einer riesigen Baustelle
Anschließend sind wir zum Covent Garden gegangen. Sehr cool: eine große Markthalle, zig Shops und Künstler.
Abends bin ich dann wieder zu Sabrina und Julia gefahren, wo wir was gegessen haben und dann nach Notting Hill in einen Club gegangen sind. War nicht der Oberburner!
Wir sind durchs Botschaftsviertel zurückgelaufen!
Obwohl ich schon gegen acht Uhr wach war, habe ich noch bis halb zehn vor mir hin gedöst und dann geduscht und ausgecheckt!
Zuerst habe ich mir den Tower angeschaut. War super interessant! Obwohl es teilweise sehr touristisch war, fand man mit etwas M%uuml;he aber total unerschlossene (zumindest kam es mir so vor) Treppen und Räume.
Anschlie&sz;end bin ich über die Tower Bridge gelaufen, am London Dungeon vorbeigelaufen und habe mir ein Ticket nach Greenwich gekauft.
Dort angekommen bin ich erst einmal in die falsche Richtung gelatscht und in einem Ghetto-ähnlichen Viertel gelandet. Nachdem ich im Old Royal Navy Park angekommen war, habe ich ein wenig Tagebuch geschrieben und mich dann auf die Suche nach dem O Grad Meridian gemacht.
Ich bin durch einen Tunnel unter der Themse durchgelaufen und wollte dann "eben kurz" den Lonely Planet Walk rückwärts gehen - wie naiv!
Mit viertklassigem Kartenmaterial ausgestattet bin ich ca 2 1/2 Stunden nach Hause gelaufen und habe die Mädels getroffen.
Wir haben alle noch ein bisschen gelesen und dann geschlafen. Ich bin dann früh morgens noch mal aufgewacht, weil die Wecker der Frauen gingen und sie sich auch angezogen haben, aber besser als im Hostel konnte ich auf jeden Fall schlafen!
Heute habe ich den Whitehall Walk absolviert: Ich habe mir das War Cabinet angeschaut, was super interessant war. Anschließend ging es an der Downing Street vorbei (hermetisch abgeriegelt). Westminster Abbey habe ich mir geschenkt, da die Schlange dermaßen lang war, dass sich das anstehen nicht gelohnt hätte! Ich habe dann noch ein paar Fotos von Big Ben gemacht und mich dann auf den Weg zum Buckingham Palace gemacht!
Dann habe ich verschiedene Parks abgeklappert: St. James Park, Green PArk, Hyde Park und schließlich, nach einem Abstecher zu Tesco, Holland Park. Dort habe ich mich mit den Mädels getroffen, die Feierabend hatten und habe mein abgepacktes Sushi von Tesco gegessen, sehr lecker! Um uns herum wurde Fußball, Cricket und Frisbee gespielt.
NAch dem Abendessen sind wir noch in einen Pub gegangen und um Mitternacht (Sperrstunde ist um 23 Uhr) dann ins Bett!
Um sieben Uhr wurde ich unsanft von den Weckern und vom Anziehen der Mädels geweckt und seitdem war ich wach!
Da wir in der Schule ja schon über den London Dungeon gesprochen haben, hat er mich natürlich gereizt: Es hat sich auch gelohnt, alleine wegen der Folterinstrumente!
Gegen Mittag haben wir uns in den St James Park gelegt, geplaudert, gelesen, gesonnt, geguckt!
Anschließend ging es in den Shakespeare Pub, Guinness trinken und Fish'N'Chips und Cheesecake essen. Kann ja nicht angehen, dass man London verlässt, ohne ein Fischkeule gegessen zu haben!
Nach einem letzten Stop im Zimmer der Mädels bin ich zur station begleitet worden und gen Hause gefahren, wo ich natürlich viel zu spä zum Ferienprogramm angekommen bin!